Die nachträgliche Dämmung der Obersten Geschossdecke
Diese Fakten sollten Sie jetzt kennen

Um was geht's?

Als „Oberste Geschossdecke“ werden zugängliche Decken beheizter Räume bezeichnet, die an einen unbeheizten Dachraum grenzen. Dieses Bauteil muss in der Regel ab 01.01.2016 gedämmt sein.

Der Dachraum als Platzreserve – ein idealer Lagerplatz für Schränke, Kisten und Koffer. Selbst wenn das Dach z. B. aufgrund zu geringer Höhe nicht ausgebaut werden kann, lässt sich dieser Stauraum nutzen. Bildquelle: Linzmeier Bauelemente

Was wir schon wissen!


Seit 1. Februar 2012 müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) alle begehbaren und nicht begehbaren obersten Geschossdecken gedämmt sein.

Klar, es gibt Ausnahmen


  • Wenn das Dach bereits gedämmt ist, muss die oberste Geschossdecke nicht nachträglich gedämmt werden.
  • Wohnt der Eigentümer schon vor dem 1. Februar 2002 im Haus, sind Ein- und Zweifamilienhäuser von der Nachrüstpflicht ausgenommen. Aber: Die Nachrüstpflicht greift, sobald das Haus verkauft wird. Die neuen Hauseigentümer haben dann 2 Jahre Zeit, die Oberste Geschossdecke zu dämmen.

Was soll man ab 01.01.2016 beachten?


  • Oberste Geschossdecken von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden, die mindestens vier Monate im Jahr auf eine Innentemperatur von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, müssen gedämmt sein, wenn sie nicht den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 erfüllen.
  • Und: Die Oberste Geschossdecke muss laut EnEV so gedämmt sein, dass sie einen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von 024 W/(m²·K) oder besser aufweist.
 Quelle: EnEV 2014, Anlage 3, Tabelle 1

Was ist ein Mindestwärmeschutz?

Das muss man wissen: Der Mindestwärmeschutz dient nicht zum Energiesparen, sondern zum Verhindern von Bauschäden durch Tauwasserbildung!
 Für die Oberste Geschossdecke gilt nach DIN 4108-2, Tabelle3 „Mindestwerte für Wärmedurchlasswiderstände von Bauteilen“ ein R-Wert = 0,90 (m²·K)/W.

Wirtschaftlichkeitsgebot nach EnEV § 10, Absatz 5

Die Oberste Geschossdecke muss nicht nachträglich gedämmt werden, soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist - im Bauwesen sind das im Schnitt 30 Jahre - erwirtschaftet werden können.

Fördermittel für die nachträgliche Dämmung der Obersten Geschossdecke

Die KfW fördert auch Einzelmaßnahmen wie z. B. die Wärmedämmung von Geschossdecken mit einem Investitionszuschuss (Programm 430). Die Technischen Mindestanforderungen (Stand 04/2016) sehen vor, dass die nachträglich gedämmte Oberste Geschossdecke mindestens einen U-Wert von 0,14 W(m²·K) aufweisen muss.

Weitere Informationen:

Besser, statt dicker dämmen: Nachträgliche PU-Dämmung der Obersten Geschossdecke

KfW Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss

KfW - Technische Mindestanforderungen für Einzelmaßnahmen

Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 - www.enev-online.com