Die Lieblinge der Bauherren bei der nachträglichen Wärmedämmung

Ältere Häuser, an denen lange nichts gemacht wurde, sind regelrechte Energiefresser. Ein Großteil der Energie für Raumwärme geht dabei über die Gebäudehülle verloren, also über Dächer, Wände, Böden, Fenster und Türen. Nachträgliche Wärmedämmung ist eine sehr wirksame Methode, Heizenergie zu sparen.

Betrachtet man die Zahlen aus dem dena-Gebäudereport 2015, so wurden bei Wohngebäuden, die bis 1978 entstanden sind, mehr als die Hälfte aller obersten Geschossdecken und Dächer nachträglich gedämmt. Nur ein geringer Teil (etwa 10 %) der Kellerdecken wurde bei der Sanierung mit einer Wärmedämmung versehen.

Mehr als nur ein Dach überm Kopf

Das Dach eines Hauses erfüllt heute eine ganze Reihe von Funktionen. Stand früher vor allem der Schutz gegen Nässe und Witterung im Vordergrund, so kommen heute vielfältige Nutzungen hinzu. Steildächer bieten viel Platz für zusätzlichen Wohnraum, der gerade in städtischen Gebieten wertvoll und rar ist. Dachterrassen schaffen zusätzliche Freiräume und können als echte Alternative zum eigenen Garten dienen. Zudem werden Dächer heute häufig auch als Nutzfläche zum "Ernten" von Energie aus einer Photovoltaikanlage genutzt.

Speicherboden, Kellerdecke und Fußboden

Die Dämmung des Speicherbodens (oberste Geschossdecke) bietet sich an, wenn der Dachraum nicht ausgebaut werden soll und das Dach nur unzureichend gedämmt ist. Bei einer Kellerdeckendämmung liegt die gesamte Decke - d. h. auch der Fußboden des darüber liegenden Raumes - im warmen Bereich. Die Aufbauhöhe ist wiederum bei der Dämmung des Fußbodens ein wichtiger Faktor, weil jeder Millimeter mehr auch die Baukosten in die Höhe treibt.

Dämmstärke und Dämmwirkung: auf die Wärmeleitfähigkeitsstufe kommt es an

Ein wichtiger Aspekt für die Qualität des Wärmeschutzes ist die so genannte "Wärmeleitfähigkeitsstufe" des Dämmstoffes, kurz WLS, die als dreistellige Zahl angegeben wird. Grundsätzlich gilt dabei, je niedriger die Zahl der WLS, desto besser ist die Leistungsfähigkeit des Dämmstoffes und umso höher ist die Dämmwirkung des Bauteils. Dämmstoffe weisen hier große Unterschiede auf. Geht man von der gleichen Stärke aus, so schneiden Polyurethan-Dämmstoffe der WLS 023 in ihrer Dämmwirkung um rund zwei Drittel besser ab als herkömmliche Dämmmaterialien.

Interessiert am Thema Sanierung? Der Ratgeber „Dämmen, Energiesparen, Wohnen“ des IVPU beantwortet die Frage, warum Wärmedämmung ein wichtiger Schritt zur Energieeffizienz Ihres Altbaus ist. Download des Dämmratgebers