Meine "Wärmewende" - die Zeit ist reif!

Energiewende bedeutet mehr, als Preisdebatten und Risikoprognosen der Energieversorger. Hier lesen Sie warum die Energieeffizienz im Gebäudebereich eine wichtige Schlüsselrolle einnimmt und wie Sie Ihre persönliche „Wärmewende“ in Angriff nehmen können.

Wenn in der Öffentlichkeit über „Energiewende“ gesprochen wird, drehen sich die Themen oft um Windräder, Stromtrassen oder Kohlekraftwerke. Dabei beanspruchen die Raumwärme und die Bereitung von Warmwasser den größten Anteil am Endenergieverbrauch in Wohngebäuden (dena-Gebäudereport 2015). Wenn also der Energieverbrauch verringert werden soll - laut Bundesregierung geht es um die Verringerung des Primärenergieverbrauchs um 20 Prozent bis 2020 und um 50 Prozent bis 2050 - spielen Gebäude, ihre Effizienz und ihre energetische Sanierung eine wichtige Rolle in der Diskussion um die Energiewende.

Fest steht: Die klimafreundlichste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird. Deshalb ist der bauliche Wärmeschutz von Altbauten so wichtig. Durch die Dämmung von Dach, Wänden, der Kellerdecke oder des Dachbodens sowie durch das Einsetzen neuer Fenster werden nicht nur Wärmeverluste reduziert sondern auch der Wohnkomfort verbessert. Der verbleibende Energiebedarf kann aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Außerdem sollte man bedenken, dass Anlagentechnik auch Betriebskosten verursachen, Wartung erfordern und eine begrenzte Lebensdauer haben.

Doch wie packt man die energetische Sanierung der eigenen vier Wände an? Auf welche Verordnungen und Vorgaben muss ich achten? Gibt es überhaupt Fördermöglichkeiten für mein Vorhaben? Antworten auf diese Fragen finden Sie in der folgenden Übersicht.

Welcher Unterschied besteht zwischen Primär- und Endenergie?

Jedes Heizungssystem weist Verluste bei Förderung, Aufbereitung Umwandlung, Transport und Verteilung des Energieträgers auf. Die Primärenergie bezieht die Energieverluste dieser vorgelagerten Prozesskette mit ein. Die Endenergie ist die am Ende der Prozesskette übrig gebliebene Menge an Energie, welche der Endverbraucher von seinem Energielieferanten bezieht und bezahlt. 
Im Energiekonzept der Bundesregierung wird auf den Primärenergieverbrauch Bezug genommen. Bei Raumwärme und Warmwasserbereitung spielt der Endenergieverbrauch eine wichtige Rolle.

Was verbirgt sich hinter den Kürzeln EEWärmeG und EnEV

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt vor, dass die Wärme zum Heizen, Kühlen und für Warmwasser teilweise durch erneuerbare Energie gedeckt werden muss. Alternativ kann auch die Energieeffizienz des Gebäudes erhöht werden, z. B. durch eine bessere Wärmedämmung. Ein schönes Beispiel, mit welchen Maßnahmen die Vorgaben des EEWärmeG für Wohngebäude erfüllt werden können, zeigt eine interaktive Grafik der Kampagne Energiewende Baden-Württemberg: energiewende.baden-wuerttemberg.de

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist Teil des deutschen Baurechts. Sie legt fest, wie ein Gebäude energieeffizient geplant, gebaut oder modernisiert wird. Die EnEV bewertet das Gebäude als ganzheitliches System. Das bedeutet, dass neben dem baulichen Wärmeschutz auch die Anlagentechnik (Heizung) und die Warmwasserbereitung in die Bilanzierung der Energiegewinne und -verluste einbezogen werden. Das Portal enev-online.com zeigt nicht nur den Verordnungstext der EnEV 2014 sondern auch Änderungen, die in den vorangegangenen EnEV-Versionen vorgenommen wurden : www.enev-online.com/enev_2014_volltext/index.htm. Im Energie-Kalender 2015 für Gebäude finden Sie Termine, kurze Erläuterungen und Hinweise für weitere Informationen: www.enev-online.com

Wie finde ich „meine“ Energieagentur?

Energieagenturen können beraten und informieren. Hier finden Sie neben Fachwissen auch Ansprechpartner, die die spezifischen örtlichen Anforderungen ihrer Heimatregion kennen und entsprechend beraten können. Eine Liste der Landesenergieagenturen der einzelnen Bundesländer finden Sie hier: www.kea-bw.de/service/energieagenturen/landesenergieagenturen.

Wer hilft mir, wenn ich eine energetische Sanierung plane?

Ohne Kreditaufnahme können energetische Modernisierungen oft nur schrittweise umgesetzt werden. Die Vor-Ort-Beratung kann sich entweder auf eine Komplettsanierung eines Wohngebäudes zum KfW-Effizienzhaus beziehen oder sie beschreibt einen so genannten Sanierungsfahrplan, d. h. eine umfassende energetische Sanierung in Schritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen. Für eine gut abgestimmte Planung lohnt es sich daher, einen qualifizierten Gebäudeenergieberater zu Rate zu ziehen. Er gibt detaillierte Informationen über den aktuellen energetischen Zustand des Hauses und zeigt, wie ein sinnvoller und budgetgerechter Sanierungsfahrplan aussehen kann. Adressen qualifizierter Energieberater findet man in der Expertendatenbank der dena Deutsche Energie-Agentur: www.energie-effizienz-experten.de. 
Beratungskosten für zusätzliche Erläuterung des Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlungen oder Beiratssitzungen können auch bezuschusst werden, bis max. 500 Euro. Checklisten gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA: www.bafa.de/bafa/de/energie/energiesparberatung.

Wo kann ich Fördermittel für mein Sanierungsvorhaben beantragen?

Für die Finanzierung einer energetischen Sanierung können Hausbesitzer Unterstützungen von Bund und Land in Anspruch nehmen, die als Kredit oder Investitionszuschuss bereitgestellt werden. Mehr Infos dazu liefert die Fördermitteldatenbank des IVPU: www.daemmt-besser.de. Kredite sind über die Hausbank zu beantragen, Investitionszuschüsse in der Regel über die verantwortliche Institution, wie z. B. die KfW Bankengruppe. Ganz wichtig: Die Antragstellung muss rechtzeitig vor Beginn einer Sanierungsmaßnahme erfolgen. Wer Förderprogramme in Anspruch nehmen will, muss bestimmte Bedingungen, wie etwa ein definierter Dämmstandard, einhalten. 
Informationen über den Zuschuss der KfW-Bankengruppe für Einzelmaßnahmen, z. B. die Dämmung von Dachflächen, findet man hier: www.kfw.de/inlandsfoerderung.

Wärmedämmung, ist das ein Thema für die energetische Sanierung?

Energetische Sanierung bedeutet nicht nur Fassadendämmung. Für fast jeden Altbau gibt es Lösungen, von denen die Bewohner profitieren. Kleinere Einzelmaßnahmen wie z. B. die Dämmung der obersten Geschossdecke oder von Rollladenkästen, aber auch die Modernisierung von Sanitärsystemen zeigen Wirkung und rechnen sich. Dämmung lohnt sich insbesondere dann, wenn z. B. eine Dacheindeckung erneuert werden soll oder ein Anstrich der Fassade geplant ist. Diese Gelegenheiten gilt es zu nutzen. Zieht man z. B. die Kosten für die Erneuerung der Dachziegel oder das Aufstellen und Mieten eines Baugerüsts von der Gesamtrechnung ab und betrachtet z. B. nur die Dämmkosten, so rechnen sich diese meist in kurzer Zeit durch die erzielte Heizenergieeinsparung.


Über verschiedene Dämmstoff-Materialien, deren Eigenschaften und Anwendungsbereiche informieren z. B. folgende Fachverbände:


Deutscher Kork-Verband e. V.: www.kork.de

FNR - Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.: www.fnr.de
FVED - Fachverband Einblasdämmung: www.fved.net
FMI - Fachverband Mineralwolleindustrie e. V.: www.fmi-mineralwolle.de
FPX - Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaumstoff: www.fpx-daemmstoffe.de
IVH - Industrieverband Hartschaum e. V.: www.ivh.de

IVPU - Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e. V.: www.ivpu.de
VHD - Verband Holzfaser Dämmstoffe e. V.: www.holzfaser.org