Das Wort zum Montag: Wärmeleitfähigkeit
Fachchinesisch? Nein, Bauphysik!

Bauphysik beschreibt den Austausch von Wärme und Feuchte in Bauteilen und Gebäuden. Da unsere Ansprüche an Feuchteschutz und Wohnhygiene, an nachhaltiges Bauen und behagliches Wohnen gestiegen sind, rückt der Wärmeschutz von Gebäuden immer mehr in den Vordergrund. In unserer Rubrik „Das Wort zum Montag“ nehmen wir bauphysikalische Überlegungen unter die Lupe und erklären wichtige Begriffe.

Heute: Was bedeutet „Wärmeleitfähigkeit“?

Wer sich mit Baustoffen und Wärmedämmung auseinandersetzt, ist sicher schon einmal über diesen Begriff gestolpert:

Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert)

Für die Wärmeleitfähigkeit gilt grundsätzlich:
Je geringer die Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffes, umso besser ist seine Dämmwirkung. Der λ-Wert hat die Maßeinheit W/(m·K) und definiert den Wärmestrom, der bei einem Temperaturunterschied von einem Grad (1 K) stündlich durch ein 1 Meter dickes Bauteil übertragen wird.

Wer's ganz genau wissen möchte

Klar ist, es geht bei der Wärmeleitfähigkeit um eine spezifische Stoffeigenschaft und um den Wärmeleitung innerhalb eines Baustoffes.

Das Wärmetransportvermögen eines Baustoffes ist abhängig

  • von der Wärmeleitung durch den Feststoff, was wiederum von seiner Rohdichte abhängt; dieser Zusammenhang ist linear – also: geringe Rohdichte = geringe Wärmeleitung
  • von der Zellen- oder Porenstruktur oder von der Faserfeinheit und -orientierung
  • von der Wärmestrahlung innerhalb der Zellen, Poren oder Fasern; jeder Körper imitiert und emittiert elektromagnetische Strahlung. Die Wärmeübertragung aus Strahlung ist nicht an Materie gebunden und kann auch im Vakuum stattfinden.
  • von der Konvektion, bei der Wärme durch strömende Gase übertragen wird, sobald ein Temperaturunterschied zwischen der Grenzschicht herrscht
  • vom Verhalten gegen Wasser und Feuchte; Feuchtigkeit kann die Wärmeleitfähigkeit von Baustoffen stark erhöhen

Beispiele:
Bei expandiertem Polystyrol-Hartschaum (EPS) beeinflussen die Wärmeleitfähigkeit des Rohstoffes und die Rohdichte das Wärmetransportvermögen des Dämmstoffes. Bei Mineralwolleprodukten (MW) spielen Faserfeinheit und Faserorientierung eine wesentliche Rolle. Beim Polyurethan-Hartschaum (PU) wird die Wärmeleitfähigkeit durch die geringe Rohdichte und die feine Struktur des Zellgerüsts sowie der geringen Wärmeleitung des Zellgases in den geschlossenen Zellen bestimmt. Die Wärmeleitfähigkeit von Holzfaserdämmplatten (WF) hängt im Wesentlichen von der Rohdichte der Platten ab: bei höherer Rohdichte, steigt auch die Wärmeleitfähigkeit.

Einfache Regeln

  1. Je weniger ein Dämmstoff die Wärme leitet, desto wirksamer verringert er die Wärmeverluste durch die Gebäudehülle.
  2. Die Wärmeleitfähigkeit ist die Grundlage für die Einteilung der Dämmstoffe in Wärmeleitfähigkeitsstufen (abgekürzt: WLS). Sie wird als dreistellige Zahl, z. B. WLS 023, angegeben.
  3. Es gilt: Je niedriger die WLS, desto höher ist der Wärmedurchlasswiderstand des Dämmstoffes und umso besser ist seine Dämmwirkung.
  4. Feuchtigkeit kann die Wärmeleitfähigkeit von Baustoffen stark erhöhen.

Informationen im Internet:

Baunetzwissen.de - Bauphysik

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