Gastbeitrag

Silke Thole (Xing-Profil) ist mit Leib und Seele Journalistin. Sie legt Wert auf gut recherchierte, informative und unabhängige Texte wie sie Besucher auf EnBauSa.de finden. Thole hat das Online-Magazin zum energetischen Bauen und Sanieren zusammen mit ihrer Kollegin Pia Grund-Ludwig 2009 gegründet. Heute gehört es zu den führenden Medien in diesem Bereich.


Ohne Dämmung keine Behaglichkeit

Energiesparen ist das eine, Behaglichkeit das andere. Letztere kommt in der Diskussion über die Wärmedämmung von Gebäuden eher selten zur Sprache. Dabei sollten sie bei der Sanierungsplanung ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Denn zum einen ist den meisten Menschen Behaglichkeit und Komfort etwas wert und sie sind bereit, dafür zu bezahlen. Daher greift es zu kurz, den Nutzen einer Dämmung allein durch die Einsparung von Energie zu beschreiben. Zum anderen gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Behaglichkeit und möglichen Energieeinsparungen.

©2016 EnBauSa

mit Unterstützung des Industrieverband Polyurethan-Hartschaum

„Je besser eine Wand gedämmt ist, umso niedriger kann die Lufttemperatur im Raum sein“, heißt es in einem alten Architekturlehrbuch, das EnBauSa-Blogger Ronny Meyer kürzlich in die Hände fiel und das bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat. Der Grund: Sind die Wände kalt, strahlen sie keine Wärme ab, sondern – im Gegenteil – sie entziehen dem Bewohner Strahlungswärme. Bei einer hohen Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und mittlerer innerer Oberflächentemperatur der Wand wird dieser Prozess als Zug wahrgenommen. Um dem Phänomen entgegenzuwirken, drehen die Bewohner dann oft die Heizung hoch, so dass der Energieverbrauch zusätzlich zum erhöhten Wärmeabfluss über die schlecht oder sogar überhaupt nicht gedämmten Wände noch einmal steigt.

Der „Erfolg“ dieser Maßnahme ist fraglich. Dem Institut für Wohnen und Umwelt IWU in Darmstadt zufolge treten die lästigen Zugerscheinungen nur dann nicht auf, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und mittlerer innerer Oberflächentemperatur unter drei Grad Celsius bleibt. Wir die Raumluft zusätzlich aufgeheizt, dürfte die Temperaturdifferenz aber eher zunehmen als abnehmen.

Bei sehr gut wärmegedämmten Außenwänden dagegen unterscheidet sich die Temperatur der Innenoberflächen sommers wie winters kaum von den übrigen Temperaturen im Raum. Das hat zur Folge, dass weniger geheizt werden muss, um sich behaglich zu fühlen.

Weiterführende Links:

Für Architekten und Planer: dena Leitfaden Thermische Behaglichkeit im Niedrigenergiehaus –