Frische Luft muss rein!
Richtig Lüften im Winter

Regelmäßig, mehrmals am Tag und die Fenster nicht „auf Kipp“ – das betonen fast alle Ratgeber zum Thema „Richtig Lüften“. Auch auf PU-News hatten wir bereits in Zusammenhang mit dem Thema Schimmel oder in Verbindung mit thermischer Behaglichkeit und Raumluftqualität über das Thema Lüften berichtet. In diesem Beitrag erklären wir, warum Lüften auch im Winter ein Thema ist und liefern eine kleine Checkliste dazu.

Warum ist eine gute Raumlüftung im Winter wichtig?

Kurz zusammengefasst, ist das Ziel einer guten Belüftung, für ein besseres Raumklima zu sorgen und Bauschäden zu vermeiden. Deshalb müssen z. B. Schadstoffe, Gerüche oder Feuchte, die sich im Rauminneren anreichern, regelmäßig abgeführt werden. Allerdings fällt es einem während der kalten Jahreszeit oft schwer, die Fenster weit zu öffnen und frische Luft in die Wohnung zu lassen. Man denkt sofort an hohe Wärmeverluste und kostspieliges Nachheizen.

Also dann: Fenster auf, frische Luft rein? Reicht das? Nicht ganz: Falsches Lüften führt nämlich zu Schimmel, verschwendet Heizenergie und kann auch die Gesundheit gefährden.

Lüften ist eigentlich das ganze Jahr über wichtig, das Lüftungsverhalten muss jedoch der Jahreszeit entsprechend angepasst werden. Im Winter ist die Außenluft kalt und in der Regel trocken und somit ideal für einen Sauerstoffaustausch und das Abführen trockener Heizungsluft. Allerdings sollte nur kurzzeitig gelüftet werden, damit sich aufgeheizte Räume nicht auskühlen.

Nicht jeder Raum wird gleich genutzt

Wohnräume werden unterschiedlich beheizt und genutzt. Die Luftfeuchtigkeit liegt im Idealfall zwischen 40 und 60 Prozent.

Im Winter sinken die Werte in Wohn-, Arbeits- oder Kinderzimmern durch trockene Heizungsluft auf 40 bis 45 Prozent. Kurzes Stoßlüften und Luftbefeuchter, die vor die Heizung gehängt werden, erhöhen die Luftfeuchte und verhindern das Austrocknen der Schleimhäute.

Schlafzimmer sind in der Regel kühl, die Raumluft kann weniger Wasserdampf aufnehmen. Deshalb sollte die Luftfeuchtigkeit abends etwas niedriger liegen, weil während der Nacht über die Atemluft ständig Feuchtigkeit abgegeben wird. Richtiges Heizverhalten und Stoßlüften am Morgen und am Abend tragen dazu bei, den Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft im Schlafzimmer zu reduzieren.

In Küche und Bad erhöht sich nach dem Kochen und Duschen automatisch die Luftfeuchtigkeit. Die feuchtwarme Luft sollte sofort durch Stoßlüften ausgetauscht werden.

Wird der Keller als Abstellraum oder Lager genutzt, ist er im Winter kalt. In Häusern, die nach 1970 gebaut wurden, kann man davon ausgehen, dass der Keller auch gedämmt ist. Die Raumfeuchte schwankt zwischen 50 und 60 Prozent. Liegt sie über 65 Prozent, z. B. wenn der Raum im Winter zum Aufhängen und Trocknen der Wäsche benutzt wird, muss ausreichend gelüftet werden.

Ein Hobbykeller mit Arbeitszimmer oder Wohnräumen hat eine Raumluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Diese Räume werden normal beheizt und während der kalten Jahreszeit stoßgelüftet.

Generell gilt: Schlechter Wärmeschutz der Gebäudehülle bzw. unzureichende oder mangelhafte Dämmung von Dach, Wänden, Decken und Böden, hält die Wärme nicht im Haus. Die raumumschließenden Bauteile kühlen im Winter an der Oberfläche stark aus und strahlen die Kälte in den Innenraum ab. Feuchtigkeit schlägt sich im kühlen Raum eher an kalten Oberflächen, vor allen an den Außenwänden nieder und bleibt im Raum. Feuchte Stellen oder Stockflecken und Schimmel sind die Folge. Mit einer leistungsfähigen Dämmung werden Wärmeverluste minimiert, Wärmebrücken wirkungsvoll vermieden und im Winter kostbare Heizenergie eingespart – und wir können uns voll und ganz aufs richtige Lüften konzentrieren.

Checkliste zum Thema „Lüften im Winter“

  • Kein Dauerlüften mit gekippten Fenstern, Terrassen- und Balkontüren in der kalten Jahreszeit: die Luftwechselrate ist zu hoch, der Raum kühlt aus, kostbare Heizenergie geht verloren.
  • Für einen kompletten Luftaustausch sind 5 bis 10 Minuten Stoßlüften bei abgestellter Heizung meist schon ausreichend.
  • Lüften muss durch sinnvolles, angepasstes Heizen ergänzt werden.
  • Entsteht zusätzliche Feuchte - z. B. durch Kochen oder Duschen - sollte sofort gelüftet werden.
  • Die Türen zwischen Räumen mit unterschiedlichen Wärmeniveaus geschlossen halten.
  • Neubauten müssen in den ersten beiden Heizperioden immer „trocken geheizt“ und regelmäßig gelüftet werden.

Weitere Infos:

Luftfeuchtigkeit-Raumklima.de: Richtig lüften im Winter

VPB Verband Privater Bauherren e. V.: Lüften - aber richtig!

Baunetz Wissen: Ziele der Raumlüftung

Das Umweltzeichen pure life: Wohnbehaglichkeit und gute Raumluftqualität

dena Deutsche Energie-Agentur: Broschüre „Gesund Wohnen. Gut gelüftet. Schlau geheizt.

UBA Umweltbundesamt: Ratgeber „Schimmel im Haus - Ursachen, Wirkung, Abhilfe“