Die Top 6 Renovierungsgründe

Warum wollen Sie Ihr Haus renovieren? Das ist eine der zentralen Fragen der Ipsos Studie „Der Private Baumarkt“ im Auftrag des Fachschriften-Verlags. Die Studie wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Unverändert stehen auch 2016 die „Verbesserung der Wohnqualität“ und „optische Aufwertung“ ganz oben auf der Liste. Welche Renovierungsgründe für Hausbesitzer noch wichtig sind, welche Aspekte aber in ihrer Gewichtung zu- oder abgenommen haben und warum Wohnkomfort nur mit einer energieeffizienten Gebäudehülle funktioniert, erläutert dieser Beitrag.

Das Ergebnis der Ipsos Studie überrascht nicht, denn Wohnbehaglichkeit ist ein Stück Lebensqualität. Für viele zählt zum Wohnkomfort vor allem die neue Tapete im Wohnzimmer, eine hellere Farbe im Flur oder ein schönes Parkett auf dem Fußboden. 73 % der befragten Renovierer – das sind 4 % mehr als 2014 – finden eine optische Aufwertung wichtig. Die eigenen vier Wände sollen eine angenehme Umgebung bieten, in der man sich wohl fühlt. Hausbesitzern ist es auch wichtig, den Immobilienwert zu erhalten. Für manche ist das eigene Haus ein wichtiger Teil der Altersvorsorge.

Die Relevanz der Energieeinsparung und der Wunsch, Kosten zu senken, fielen im Vergleich zu 2014 deutlich niedriger aus. In der Studie stuften nur 66 % der Renovierer Beides als wichtige Aspekte einer Sanierung ein. Gegenüber 2014 ist das ein Rückgang von 6 %. Was ist passiert? Haben wir genug vom Energiesparen? Bringen Fakten die Dinge nicht mehr auf den Punkt? Oder geht es uns bei einer Sanierung in erster Linie um Betroffenheit, ums Bauchgefühl und den Wunsch, eine hübsche Wohnung zu schaffen, die man anschließend seinen Freunden und Nachbarn auch zeigen kann. Realität und Fakten zum Thema Energieeffizienz spielen da keine große Rolle mehr.

Natürlich wissen wir, dass Gebäude keine kurzlebigen Verbrauchsgüter sind. Bauteile wie z. B. Dächer oder Wände haben eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr. Deshalb macht es Sinn, vorausschauend zu planen und bei einer Sanierung nicht nur Schönheitsreparaturen durchzuführen, sondern auch in die Verbesserung der Energieeffizienz zu investieren. Mehr dazu: Der Sanierungsfahrplan – Gebäudemodernisierung schrittweise planen und richtig finanzieren.

Und: Eigentlich merken wir recht schnell, wenn es in unseren vier Wänden ungemütlich ist, es z. B. ständig zieht und der Raum nicht richtig warm wird. Da helfen auch keine neue Tapeten oder Wandfarben. Da hilft in erster Linie nur ein Verständnis dafür, wie Wärmeschutz und Behaglichkeit zusammenhängen. Man könnte auch sagen: Es ist schlicht und einfach Physik. Wohnkomfort bedeutet nämlich auch, dass die Bewohner im Winter wie im Sommer ein angenehmes Raumklima vorfinden. Raumumschließende Bauteile wie Wände, Fenster, Decken und Böden beeinflussen dieses Raumklima. Dazu gehören z. B. die Raumlufttemperatur, die relative Feuchte der Raumluft und selbst die Geschwindigkeit, mit der sich die Luft im Raum bewegt. Ob man sich in einem Raum wirklich wohl fühlt, hängt also von vielen Faktoren ab. Experten sprechen hier von der „thermischen Behaglichkeit“, für uns ist es einfach das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden. Weitere Infos dazu liefert die Checkliste für ein gutes Raumklima.

Kaum ein Thema in den Bereichen Energieeinsparung und Klimaschutz wird so kontrovers diskutiert wie die Wärmedämmung. Macht Dämmen Sinn? Wir meinen: Ja! Und das kann man auch „fühlen“. Entscheidend ist dabei die Oberflächentemperatur der umgebenden Bauteilflächen. Eine gute Dämmung verhindert, dass Wände und Böden stark auskühlen. Die Dämmung sorgt dafür, dass im Winter die Bauteilinnenflächen Wärme in den Raum abgeben. Eine lückenlose, wärmebrückenfreie Dämmung verringert Wärmeverluste über Schwachstellen einer Baukonstruktion, über die besonders viel Wärme entweicht. Sie verhindert zuverlässig die Kondenswasserbildung an Wänden, Decken oder Wandecken und bannt somit die Gefahr von Schimmelpilzen. Je besser die Dämmung, umso weniger Wärme dringt auch an heißen Sommertagen von außen nach innen. Ein guter Wärmeschutz erhöht die Wohnbehaglichkeit, emissionsarme Dämmstoffe verbessern die Innenraumluftqualität. Hier gibt es weitere Infos über Energieeffizienz, Wohnkomfort und das Gefühl, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

Wer sich heute mit dem Thema Sanieren beschäftigt, kommt am Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht vorbei. Das spiegelt sich auch in der Ipsos Studie wieder: Für 49 % der befragten Renovierer spielen ökologische Überlegungen bei der Renovierung eine wichtige Rolle – ein Anstieg von 3 % gegenüber 2014. Bei der Nachhaltigkeitsbetrachtung wird der gesamte Lebenszyklus des Bauwerks von der Planung bis zum Rückbau (Abbruch) betrachtet. Doch welche Rolle spielen dabei Dämmstoffe? Sie reduzieren den Ausstoß von Treibhausgasen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Entscheidend ist die Einsparung von Heizenergie. Ein gut gedämmtes Haus verbraucht im Vergleich zu einem nicht energetisch sanierten Gebäude immer spürbar weniger Heizenergie. Weitere Infos zum nachhaltigen Bauen gibt es hier: Nachhaltiges Bauen – Vom Baustoff bis zum Gebäude und seinen Bewohnern.

Zurück zum Gefühl: Wir meinen, Frühlingszeit ist Renovierungszeit – z. B. für ein neues Dach, schöneres Wohnen, mehr Raum zum Spielen, gute Laune und eine bessere Dämmung.