Die 8 beliebtesten Renovierungsmaßnahmen

Die Frage lautete: „Was genau werden Sie renovieren bzw. nachträglich einbauen?“ Die meisten Bauherren, die im Rahmen der Studie „Der Private Baumarkt 2016“ des Fachschriften-Verlags befragt wurden, planen den Anstrich der Fassade, die Überdachung der Terrasse, neue Fenster und Haustüren. Erst danach stehen die Wärmedämmung des Daches, neue Dachflächenfenster sowie die Wärmedämmung der Fassade auf der Maßnahmenliste. Warum es jedoch Sinn macht, sich für eine energetische Sanierung zu entscheiden, wer bei der Planung unterstützen kann und was eine hochwertige Wärmedämmung heute leistet, erläutert dieser Beitrag.

Ältere Häuser, an denen lange nichts gemacht wurde, sind regelrechte Energiefresser. Ein Großteil der Energie für Raumwärme geht über eine unzureichend gedämmte oder undichte Gebäudehülle verloren, also über Dächer, Wände, Böden, Fenster und Türen. Energieberater empfehlen als wichtigste Maßnahme zum dauerhaften Energiesparen, diese "Wärmelecks" zu stopfen. Wohnkomfort funktioniert nur mit einer energieeffizienten Gebäudehülle.

Fachgerecht beraten – vorausschauend planen – passend fördern

Oft ist es sinnvoll, energetische Modernisierungen schrittweise umzusetzen. Dabei sollen die einzelnen Schritte gut geplant und aufeinander abgestimmt sein. Ein qualifizierter Gebäudeenergieberater kann beraten und die Planung unterstützen. Qualifizierte Energieberater findet man unter www.energie-effizienz-experten.de

Die Vor-Ort-Beratung kann sich entweder auf eine Komplettsanierung eines Wohngebäudes zum KfW-Effizienzhaus beziehen oder sie beschreibt einen sogenannten Sanierungsfahrplan, d. h. eine umfassende energetische Sanierung in Schritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen. Der Zuschuss für Ein-/Zweifamilienhäuser liegt bei 60 % der Beratungskosten, maximal jedoch bei € 800,-. Hat das Gebäude mindestens drei Wohneinheiten, werden maximal € 1.100,- bezuschusst. Beratungskosten für zusätzliche Erläuterung des Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlungen oder Beiratssitzungen können auch bezuschusst werden, bis max. € 500,-. Weitere Informationen: Fragen und Antworten zur Vor-Ort-Beratung

Hausbesitzer, die Wohnraum energetisch sanieren oder neu bauen und eine Fachplanung und qualifizierte Baubegleitung durch einen externen, unabhängigen Sachverständigen durchführen lassen, werden von der KfW gefördert. Dabei werden 50 % der Kosten für den Sachverständigen bezuschusst, bis maximal € 4.000,- pro Vorhaben. Der KfW-Zuschuss kann mit der Vor-Ort-Beratung des BAFA kombiniert werden. Informationen der KfW über den Zuschuss für die Baubegleitung und eine Liste der förderfähigen Leistungen.

Dämmung „arbeitet“ im Verborgenen

Einen neuen Fassadenanstrich sieht man sofort. Über Textur und Farbe kann man diskutieren. Anders verhält es sich bei Wärmedämmstoffen. Keine Baustoffgruppe wird so oft unterschätzt und ist nach wie vor unentbehrlich. Dämmstoffe erfüllen ihre Funktion meist im Verborgenen – am Dach, auf dem Fußboden oder an der Wand. Sie sind sozusagen die „versteckten“ Champions am Gebäude. Heute bedeutet „besser dämmen“ nicht unbedingt „dicker dämmen“. So sind beispielsweise heutige Polyurethan-Dämmstoffe (PU) der Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS 023 bei gleicher Dämmleistung nur etwa halb so dick wie konventionelle Dämmstoffe. Dämmsysteme können mehrere Funktionen übernehmen. Aufsparrendämmungen oder Dämmelemente für die oberste Geschossdecke besitzen z. B. Funktionsschichten, die Regensicherheit, mechanische Beanspruchbarkeit und Wärmedämmung gleichermaßen sicherstellen. Spezielle Anwendungen wie beispielsweise Fertiggauben können aus einer Holzrahmenkonstruktion mit einem PU-Dämmkern individuell vorgefertigt werden.

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