Wohnkomfort im Sommer

3 Dinge, die das Wohnen an heißen Sommertagen angenehmer machen

Auch im Sommer macht Wärmeschutz Sinn. Dann nämlich, wenn es draußen heiß und die Luftfeuchtigkeit erhöht ist und sich die Wohnräume im Haus so aufheizen, dass man die Hitze kaum noch ablüften kann. Dieser Beitrag erklärt, welche Maßnahmen gegen Hitze helfen können und warum im Sommer andere Regeln gelten als im Winter.

Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit haben ihre Schattenseiten, wenn sich die Wohnräume an heißen Tagen aufheizen und man die Hitze kaum mehr ablüften kann.

Sommerlicher Wärmeschutz

Fast jeder freut sich über Sommer, Sonne und laue Abende draußen im Freien. Die Kehrseite der Sommerhitze: Heiße Wohnräume, insbesondere in Dachwohnungen, können in den Sommermonaten zur Belastung werden. Das Thema ist sozusagen ein „Dauerbrenner“ und auch auf PU-News haben wir bereits über den sommerlicher Wärmeschutz und in diesem Zusammenhang auch über das Speichern von Wärme berichtet.

Zur Erinnerung: Die wesentliche Aufgabe des sommerlichen Wärmeschutzes ist es, einer Überhitzung der Innenräume vorzubeugen. Während der Sommermonate sollen die Raumtemperaturen auch ohne aufwändige Klimatisierung im angenehmen Bereich bleiben. Der Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt und z. B. für neue Wohngebäude Pflicht. Außerdem legt die DIN 4108-2 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz“ Grenzwerte fest, die im Nachweisverfahren eingehalten werden müssen. Massive Bauteile speichern tagsüber die Sonnenwärme. Wärmedämmstoffe hingegen haben im Vergleich zu anderen massiven Baustoffen eine niedrige Wärmeleitfähigkeit und eine geringe Masse. Sie eignen sich daher nicht als Wärmespeicher.

Wer Wert auf Energieeinsparung und Wohnbehaglichkeit legt, für den sind im Sommer vor allem drei Dinge besonders wichtig: Richtiges Lüften, eine gute Verschattung der Fenster und ein guter Wärmeschutz, insbesondere in einem Dach in Holzbauweise.

Leistungsfähige Wärmedämmung ist ein wichtiger Bestandteil des energieeffizienten Bauens und bietet einen guten, EnEV-gerechten sommerlichen Wärmeschutz.

Kühl unterm Dach

Hitzeschutz unterm Dach ist ein Thema, da auf der Eindeckung Temperaturen bis 80 Grad erreicht werden können. Hier gilt es in erster Linie, den Sonneneintrag durch die Fenster zu begrenzen und für gute Verschattung zu sorgen. Außenliegende Sonnenschutzmaßnahmen wie Jalousien, Markisen oder Rollläden schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Gegen den Wärmeeintrag über die Dachflächen helfen leistungsfähige Dämmlösungen. Sie dämmen den Wärmefluss von außen nach innen spürbar ein. Wie gut ein Dach vor Hitze schützt, hängt zum einen vom Aufbau der Bauteile ab. Im Dach spielen die Lage und die Wirksamkeit von Speichermassen eine Rolle. In einer wärmegedämmten Holzdach-Konstruktion wirken nur die raumseitigen Schichten unterhalb der Wärmedämmung als Wärmepuffer, also meist nur dünne Gipskartonplatten oder ähnliche Verkleidungen, die in direktem Kontakt mit dem Innenraum stehen und höhere Wärmespeicherkapazität besitzen. Zum anderen spielt der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, eine Rolle. Je besser die Dämmung, umso kleiner fällt der U-Wert aus und desto weniger Wärme dringt während der heißen Mittagsstunden in den Dachraum ein. Durch richtiges Lüften kann die im Dachraum gespeicherte Wärme wieder abgeführt werden.

Wie lüftet man richtig? Im Winter kurz, im Sommer lang.

Richtig lüften

Gerade bei der Lüftung werden oft Fehler gemacht, denn hier gelten im Sommer andere Regeln als im Winter. Weil warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, ist die Luftfeuchtigkeit im Sommer höher als im Winter. Man sollte daher am besten am späten Abend oder am frühen Morgen das Fenster weit öffnen, wenn die Außentemperaturen deutlich gesunken sind. Im Sommer kann man für gründlichen Luftaustausch ohne weiteres auch länger lüften. Vorsicht bei kühlen nicht bewohnten Kellerräumen: Dringt feucht-warme Luft von außen ein, kühlt sie ab, die Luftfeuchtigkeit kondensiert an den kälteren Kellerwänden und bringt so noch mehr Feuchtigkeit in den Keller. Feuchte Wände bilden eine gute Lebensgrundlage für Pilzsporen. Beim Lüften im Sommer sollte die Luft also außen trockener sein als innen, und das ist in der Regel nur in frühen Morgenstunden der Fall. Auch feuchte Wäsche gehört im Sommer zum Trocknen ins Freie statt in den Keller.

Mehr Infos:

- Gebäudehülle Schweiz:
Merkblatt Sommerlicher Wärmeschutz - ein heißes Thema

- Baunetz Wissen:
Sommerlicher Wärmeschutz

- IVPU:
Fragen und Antworten zum sommerlichen Hitzeschutz unterm Dach