Das Steildach im Mittelpunkt: Wie kann ich dämmen?

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) belegen es: 70 % der Haushaltsenergie wurde 2015 fürs Heizen verbraucht. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Energieverbrauch sogar um 3 %. Grund genug, bei einer Dachsanierung über die Verbesserung des Wärmeschutzes nachzudenken. Steildächer bieten viel Platz für zusätzlichen, kostbaren und attraktiven Wohnraum. Dachgauben liefern mehr Licht und Raum. Wird auf dem Dach noch eine Photovoltaikanlage installiert, sammelt das Dach zudem wertvolle Energie. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, das Steildach zeitgemäß mit PU-Dämmsystemen zu sanieren.

Von außen oder von innen?

Mit PU-Dämmsystemen geht beides. Bei der Dämmung auf den Sparren von außen wird die gesamte Dachkonstruktion vollflächig eingehüllt, ohne Wärmebrücken! Die formstabilen PU-Dämmelemente sind auf der Außenseite mit einer Unterdeckbahn versehen, die schon in der Bauphase die Funktion einer regensicheren Zusatzmaßnahme unterhalb der Dachdeckung übernimmt. Ist die PU-Aufsparrendämmung verlegt, ist auch das Dach während der Bauzeit vor Witterungseinflüssen sicher geschützt. Die Konstruktion mit einer dicken Dämmung zwischen den Sparren ist heute eigentlich gar nicht mehr notwendig. Bei einem konventionellen Dachaufbau mit dicker Zwischensparrendämmung dauert es nahezu 2 Wochen, bis das Dach regensicher aufgestellt ist. Es kostet also wertvolle Bauzeit, bis die Folgegewerke im Bauablauf wie z. B. Estrichlegung, Heizungs- oder Fensterbau weiterarbeiten können. Nicht so bei einer PU-Aufsparrendämmung. Hier gilt: Dämmung drauf, Dach dicht, Haus geschützt. Zudem wird nach innen kein Zentimeter Wohnraum verschenkt – für Viele ein wichtiges Argument. Ist die Dacheindeckung noch funktionsfähig, kann ein bisher nicht genutzter Dachraum mit einer zusätzlichen PU-Dämmung unter den Sparren in Wohnraum verwandelt werden. Durch die schlanke Dachkonstruktion geht bei dieser Dämmlösung wenig Wohnfläche verloren.

Bildquelle: IVPU

Mehr Infos: www.daemmt-besser.de/steildach/profidaemmung1.php

Was mache ich mit der alten Zwischensparrendämmung?

Einfache, belüftete Steildachkonstruktionen mit einer Dämmung zwischen den Sparren, wie sie früher üblich waren, werden den aktuellen Anforderungen an den Wärmeschutz nach EnEV kaum mehr gerecht. Weitere Nachteile sind: sehr hohe Sparren, dicke Dämmung, verringerte Wohnfläche, mehrere Arbeitsschritte. Wurde also in der Vergangenheit bereits zwischen den Sparren gedämmt, kann bei einer Dachsanierung die vorhandene Dämmung mit einer neuen PU-Aufsparrendämmung kombiniert werden. Hierfür wird das alte Dach abgedeckt. Die vorhandene Zwischensparrendämmung bleibt erhalten und auf eine Aufdopplung der Sparren kann verzichtet werden. Die notwendige Luftdichtheit wird mit einer vollflächig über den Sparren verlegten Dampfbremse sicher hergestellt und anschließend die PU-Aufsparrendämmung verlegt.

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Mehr Infos: www.daemmt-besser.de/steildach/profidaemmung2.php

Gibt es auch die passende Dachgaube?

Wer sich beim Dachausbau für den Einbau einer Gaube entscheidet, verschafft sich ein ganz neues Raumgefühl. Individuell vorgefertigte Gaubenelemente mit einem hochwirksamen PU-Dämmkern werden passgenau vom Fachmann eingebaut. Die Gaubenelemente sind außen und innen mit einer OSB-Platte beplankt, dazwischen befindet sich die Holzrahmenkonstruktion. Das Gefach ist mit PU-Hartschaum, Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS 027 gedämmt.

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Soll ich die Dachterrasse dämmen?

Auch die Dämmung einer Dachterrasse hält die Wärme im Haus und ist vor allem über bewohnten Räumlichkeiten wichtig. Gerade in Monaten mit extremen Temperaturen macht sich guter Wärmeschutz bezahlt. Druck- und trittfeste PU-Dämmplatten halten den dynamischen Belastungen einer Terrassennutzung stand und bieten eine hocheffiziente Dämmwirkung bei niedriger Aufbauhöhe. PU-Gefälledämmplatten sorgen für die Ableitung von Regenwasser. Der geschlossenzellige Aufbau des Dämmmaterials unterbindet zudem die Feuchtigkeitsaufnahme, die bei luftdurchlässigen und diffusionsoffenen Faserdämmstoffen auftreten kann.

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Mehr Infos: http://www.daemmt-besser.de/steildach/IVPU-Ratgeber_Steildach-Aktuell_Ausgabe3.pdf

Wichtig: Die fachgerechte Steildachsanierung erfordert die Kompetenz und Erfahrung eines Dachhandwerkers, der unterschiedliche Dachfunktionen mit den Anforderungen an Wärmeschutz und Feuchteschutz in Einklang bringt!

Und wenn der Raum unter dem Dach nicht ausgebaut wird?

Auch wenn das Dach z. B. aufgrund zu geringer Höhe nicht ausgebaut werden kann, lässt sich dieser Stauraum nutzen - z. B. als Lagerplatz für Schränke, Kisten und Koffer. Allerdings muss dieser Dachraum, nach EnEV auch als „Oberste Geschossdecke“ oder als zugängliche Decken beheizter Räume bezeichnet, seit 2016 gedämmt sein.

Für den Einsatz auf obersten Geschossdecken besitzen druckfeste und formstabile PU-Verbundelemente eine Trittschicht aus Holzwerkstoff- oder Gipsbauplatten und sind sofort begehbar. Ein Dämmelement mit 10 cm PU-Kern der Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS 023 ist in der Regel ausreichend, um die Anforderung der EnEV 2014 zu erfüllen. Mit einer 16 cm dicken PU-Dämmung können sogar die KfW Förderbedingungen für Einzelmaßnahmen eingehalten werden. Wichtig ist, dass unter der Dämmung eine Dampfbremse fachgerecht eingebaut wird. Die PU-Elemente werden anschließend in einem Arbeitsschritt verlegt.

Bildquelle: IVPU / Linzmeier

Mehr Infos: www.punews.de/front_content.php?idart=404&idcat=248

Gibt es Fördermittel für die Dämm-Maßnahmen?

Kurze Antwort: Ja! Die KfW fördert Einzelmaßnahmen wie z. B. die Wärmedämmung von Dach oder Geschossdecke mit einem Investitionszuschuss (Programm 430). Die Technischen Mindestanforderungen sehen vor, dass diese nachträglich gedämmten Bauteile mindestens einen U-Wert von 0,14 W(m²·K) aufweisen müssen.

Wegweiser durch die Vielzahl der Förderprogramme - energiefoerderung.info

KfW Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss
KfW - Technische Mindestanforderungen für Einzelmaßnahmen